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Biene von was eigenes hat eine tolle Aktion ins Leben gerufen: Die Schreibzeit. Jeden Monat stellt sie eine Frage und wer möchte, darf diese beantworten und sich verlinken. Ich habe überlegt, ob ich mitmachen soll. Schließlich bin ich noch neu in der Bloggerwelt und wenn ich mir die ganzen tollen Blogs mit den tiefgreifenden Artikeln und den professionellen Fotos ansehe, dann frage ich mich schon, ob ich mit meinem Mini-Blog da überhaupt mitmachen darf. Aber ich versuch’s einfach mal.

Planlos oder voller Tatendrang? Ich gebe zu, ich weiß es nicht. Anfang des Jahres, also so richtig zum Anfang des Jahres, und dieses Blogs habe ich überlegt, ob ich einen Jahresrückblick schreiben soll, quasi als 1. Post in dem ich dann auch meine Ziele für das Jahr 2015 aufschreibe. Ich habe es gelassen. Aus welchem Grund kann ich nicht sagen, doch ich weiß, dass sich das Leben nie 100% planen lässt. Daher habe ich einfach beschlossen, einfach nur noch das zu planen, was wirklich sein muss. Noch ist es einfach. Obwohl ich zwei Kinder und eine relativ große Wohnung habe, bleibt zumindest hier und da noch ein winziges bisschen Zeit. Ab Juli wird das anders. Dann gehe ich arbeiten und dann bleibt keine Zeit mehr, sondern dann muss ich strukturieren, sonst geht hier alles vor die Hunde. Solange genieße ich die Kröte und das Huhn, lasse auch mal die Seele baumeln, bzw. die Bügelwäsche stehen. Das muss sein. Wie es ist, das nicht zu tun, habe ich 2012 erfahren: Leitungsposition (wenn auch nur für eine Handvoll Mitarbeiter), 1. Kind, Tagesmutter, mit der es oft Streit gab, Samstagsdienste (und das wegen Krankheit auch mal 3x im Monat), ständige Übermüdung, weil die Gr0ße nicht sehr schlecht geschlafen hat, bis zu 2 Stunden nachts wach war, Haushalt… Ein Hamsterrad. Das Ende war völlige Erschöpfung, zwei – wenn auch kleine – Autounfälle, ein paar tiefe Schnitte mit einer Rasierklinge in den Oberarm um mal etwas anderes zu spüren, um mich zu spüren und der ganzen Anspannung einen Blitzableiter zu geben. Nicht richtig, weiß ich. Doch in dem Moment war es gut so. Was folgte war eine Mutter-Kind-Kur auf Langeoog. Drei Wochen. Die entspanntesten drei Wochen, die ich überhaupt je hatte. Davon zehre ich noch heute, zwei Jahre später. Ich habe gelernt, dass ich auch wichtig bin, dass man Zeit haben muss für sich, dass man nicht alles planen kann, sonst wird man irgendwann überrollt, dass man auch mal sein Inneres fragen muss, was jetzt gerade guttut. Immer geht das nicht. Schließlich gibt es auch Verpflichtungen, die eingehalten werden müssen (und das ist auch gut so, denn sie geben mir auch Sicherheit), aber irgendwo gibt es immer eine, wenn auch noch so winzige Oase, die einen abtauchen lässt: in Erinnerungen, in Tagträume… Dinge, die einen erfreuen: Natur, Kinderlachen, Urlaub, Kaffee, Handtaschen, Bilder.. was auch immer. So lange man das noch spürt, begreift, erlebt, so lange ist alles gut.

Ziele braucht man. Ich habe welche. Kleine, die sich auch erreichen lassen: Mehr Zeit mit der Familie, die „7“ wieder vorne zu sehen, Inlineskaten zu lernen, bessere Fotos zu machen und noch so manches. Der Tatendrang ist da aber in einem vernünftigen Rahmen. Und das ist gut so!

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