Schlagwörter

,

Hallo Ihr Lieben,

heute zeige ich mal keine Bilder von bemalten Postern, Stickereien oder Kalendern, sondern ich schreibe einfach mal auf, welches Gespräch sich gestern im Badezimmer zwischen mir und der inzwischen 5-jährigen Kröte zugetragen hat.

Dazu sei kurz gesagt, dass bis vor ein paar Wochen noch ein Erziehungsratgeber mit dem Titel „Schnall Dich an, sonst stirbt ein Einhorn“ auf den ersten Plätzen der Spiegel-Bestsellerliste zu finden war. Dieses Buch hat meine Kollegin während meiner Elternzeit richtigerweise für mein Lektorat auf der Arbeit bestellt. Letzte Woche fiel es mir zwecks Weiterverarbeitung in die Hände und ich konnte nicht umhin, ein bisschen zu stöbern. Ich fand es ganz lustig geschrieben und manche Sätze, mit denen Eltern versuchen, ihre Kinder von Dingen abzuhalten, die sie gerade nicht tun sollen, kamen mir vage bekannt vor. Ich persönlich halte nix von Erziehungsratgebern, obwohl sie zu meinem Job gehören. Da steht einfach zu viel drin, was das natürliche Handeln mit gesundem Menschenverstand untergräbt (aber das ist ein anderes Thema). Ich gehöre auch durchaus zu den Müttern, die mit solchen Sätzen versuchen, meine Kinder zu etwas zu bringen, was diese gerade nicht tun wollen und bewundere jede Mutter, die die Geduld hat, stundenlang zu erklären, einfühlsam ist und sich dieser kleinen „Lügen“ nie bedient.

Folgende Situation:

Die Kröte putzt sich brav die Zähne, statt aber, wie jeder andere, den Mund auszuspülen, schluckt sie die Zahnpasta mit einem „lecker“ hinunter. Ich finde alleine die Vorstellung eklig. Bäähhh. Aber Kinder sind ja manchmal so. Auf die Bitte, das nicht mehr zu tun kam dann zwar die Frage, warum. Die Antwort „weil man davon krank wird“ interessierte aber nicht. Also versuchte ich es mit obrigem Satz. Das, was darauf folgte war mitnichten das, was der Autor in seinem Buch beschreibt. Da ist das Tochterkind nämlich so entsetzt ob der Vorstellung, dass Lillifee bald ohne Einhorn durchs fantastische Kinderbuchuniversum fliegen muss, dass sie sich sofort anschnallt und gerade noch die Tränen zurückhalten kann.

Bei uns war die Reaktion etwa so:

Erstauntes Gesicht. „Dann stirbt ein Einhorn?“ „Ja“. „Wenn ich Zahnpasta esse???“ „Ja.“ Grinsen. „Zum Glück bin ich kein Einhorn!“

Touché, meine Große! 🙂 Soviel zu Erziehungsratgebern. Und der Verblödung unserer Kinder.

Advertisements