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„Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“, fragt Frau Brüllen jeden 5. des Monats. Schon länger wollte ich das hier mal aufschreiben, doch wie immer kam jedes Mal etwas dazwischen. Egal, jetzt habe ich laut Akku noch 30 Minuten und das sollte für den gestrigen wohl Tag reichen.

2:00 Uhr: Die Große hat einen Pipi-Unfall. Während der Mann das Kind beruhigt bin ich auf dem Weg in die Waschküche, um die Pipi-Unfall-Wäsche der letzten Nacht aus dem Trockner zu holen. (Ok, Erkenntnis des heutigen Tages: Wenn der Laptop mir 30 Minuten Rest-Akku anzeigt reicht er nur noch 5 Minuten).

3:30 Uhr: Die Kleine schreit und ich mache eine Milch. Während ich mich hin und her wälze und überlege, jetzt schon aufzustehen, schlafe ich doch noch einmal tief und fest ein, bis mich der Wecker um 4:35 Uhr weckt.

4:35: Aufstehen! Normalerweise bin ich um die Zeit schon wach und fit. Manchmal sogar schon angezogen. Heute ist das anders. Ich fühle mich wie gerädert und entsprechend lange brauche ich im Badezimmer.

5:00 Uhr: Kaffee kochen. Die Kinder können heute länger schlafen. Es ist Donnerstag und da muss ich nur von 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr arbeiten und habe den Rest des Tages „frei“. Frei in Anführungszeichen. Donnerstag ist Putztag und der Tag für sonstige Termine. Außerdem denke ich den ganzen Tag an die Arbeit. „Wie lange hast Du noch, bis Du los musst?“ „Passt das noch?“ „Wann muss ich die Kleine wecken?“, und und und. Soviel zum Thema frei.

5:05 Uhr: Der Kaffee ist fertig und ich lese auf dem Ipad die Blogeinträge der letzten Tage. Meine Lieblingsblogger haben reichlich geschrieben und so vergeht die Zeit mit Bloglovin‘ und einer noch ziemlich heißen Tasse Kaffee.

5:30  Uhr: Ich mache mich auf den Weg in die Waschküche um die Wäsche der letzten Nacht in die Waschmaschine zu stopfen.

5:35 Uhr: Der Mann ist wach und räumt das Schlafzimmer zwecks Duschen. Zeit für mich, die Betten zu beziehen.

5:45 Uhr: Fertig mit der Bettwäsche und es folgt noch ein Gang in die Waschküche um selbige dort zumindest einmal zwischenzulagern.

5:50 Uhr: Die Große ist wach. War ja klar, dass ausgerechnet an dem Tag, an dem die Kinder länger schlafen können das erste nicht wie sonst geweckt werden muss, sondern von selbst aufsteht… Während die Große bei Papa Frühstück schnorrt, räume ich schon einmal die Küche auf und spüle die Pfannen vom Vortag.

6:20 Uhr: Das übliche „Nein, ich will mich nicht anziehen“ nimmt seinen Lauf. Ich bin froh, dieses Theater heute an den Mann abgeben zu können und während die Große mit Papa im Bad diskutiert, räume ich schnell das, zugegebenermaßen sehr ordentliche, Kinderzimmer so auf, dass hier gleich die Putzerei losgehen kann.

6:35 Uhr: Der Mann geht aus dem Haus und die Große und ich haben einen riesen Streit wegen des Unterhemdes, das ihr nicht gefällt, sie aber anziehen muss, das sie schon hustet, weswegen wir um 8:50 Uhr beim Kinderarzt sein müssen.

6:45 Uhr: Der Streit ist bereinigt, das Unterhemd angezogen und die Große auf dem Weg in ihr Zimmer, als der Mann zur Tür rein kommt. Ein Ärmel des Mantels beschissen mit Vogelkacke (sorry, aber anders man das nicht ausdrücken und die Tatsache in nette Worte zu kleiden beschreibt nicht mal ansatzweise unser beider Ekelgefühl). Kurze obeflächliche Reinigung und Verbannung des Mantels auf den Balkon und der Mann ist wieder zur Tür raus.

6:55 Uhr: Staubsaugen von Kinderzimmer Nr. 1 und Schlafzimmer. Die Große wischt selbst und derweil räume ich die restlichen Kisten vom Schlafzimmer aus (Letzte Woche haben wir ein neues Schlafzimmer bekommen und es waren noch zwei Kisten nicht ausgepackt) und die unordentlichen Ecken in der Diele auf.

7:10 Uhr: Die Große ist fertig mit wischen und ich mache mich an den Schlafzimmerboden während ich aus Kinderzimmer Nr. 2 Gequäke höre. Die Kleine kann ich jetzt mal gerade gar nicht gebrauchen und so kümmert sich die Große um die Schwester und lässt sie beim Puzzlen zusehen. Ich räume das Badezimmer aus. Das Zimmer der Großen ist trocken und selbige hat genug von der kleinen Schwester und nimmt ihr Puzzle mit, um sich im eigenen Zimmer eine CD anzuhören. Ich stelle der Kleinen eine Spielzeugkiste hin und mache mit dem Badezimmer weiter. Irgendwann besteche ich die Kleine mit Gummibärchen, um den Rest der Wohnung zu putzen und pünktlich um 8:15 Uhr wasche ich die Kleine und wir machen uns auf dem Weg zur Kinderärztin.

8:50 Uhr: Wir kommen beim Arzt an und dürfen gleich ins Behandlungszimmer. Die Große entdeckt ein Holzpuzzle mit Fischen (so ein schwieriges) und kippt alle Fische auf die Behandlungsliege. Ich mag puzzlen nicht besonders und während die Kleine mit der Motorikschleife spielt sind die Große und ich eifrig dabei, die Teile wieder in den Uhrzustand zu bringen, schließlich habe ich heute noch etwas anderes vor. Viel früher als erwartet kommt die Kinderärztin ins Zimmer. Sie guckt erst die Kinder an, diagnostiziert, dass alles ok ist und hilft mit bei der Puzzlelei. Noch ein kurzes Gespräch über die nächtlichen Pipi-Unfälle und neben dem Rezept für den Hustensaft wandert ein Rezept für eine Pipi-Maus in meine Tasche.

9:00 Uhr: Wir sind wieder draußen, bzw. in der Apotheke. Die Kinder spielen und ich lasse mir derweil die Pipi-Maus erklären.

9:45 Uhr: Die Große ist im Kindergarten und ich bringe mit der Kleinen den Mantel zur Reingung und erledige weitere Einkäufe. Eigentlich wollte ich mir in der Glücksburg noch einen Kaffee trinken, doch die Kleine ist nölig und das Kirchviertel, da Markttag ist, voller Rentner, die jeden Tisch in der Glücksburg, bei Löscher und in der Eisdiele belagern. Das ist mir zu voll und so mache ich einen Abstecher in die Buchhandlung, um noch ein paar Pixi-Bücher für den Adventskalender zu besorgen (wer sonst noch Ideen für kleine Geschenke für 1- und 5-jährige Mädels hat, immer her damit).

11:00 Uhr: Alles erledigt. Ich genieße für drei Minuten die geputzte Wohnung, während ich das Bügeleisen ins Wohnzimmer trage um der Wäsche den Garaus zu machen. 3 Körbe sind es diesmal. Statt Hörbuch höre ich nix, bzw. die Renovierungsgeräusche in der leer stehenden Wohnung unter uns. Klar, ist ja auch Donnerstag. An jedem anderen Tag in der Woche würde ich ja auch nicht in den Genuß von Hammer und Bohrmaschine kommen können.

12.00 Uhr: Die Wäsche ist fertig. Der Lärm hat aufgehört und die Kleine ist im Bett. Ich mache den Rechner an, um mir zumindest einmal in dieser Woche entspannt eine Mittagspause zu gönnen (zumindest halb, denn ich denke schon wieder an die Arbeit), als die Frau von einem Kollegen anruft, um mir mitzuteilen, dass dieser noch krank ist. Aus dem vorher angekündigten kurzen Gespräch wird fast eine Stunde, in der ich eigentlich sticken und mich mal ausruhen wollte. Kaum habe ich aufgelegt und mir einen Kaffee gekocht, ein erneuter Anruf. „Schitt, die Nummer hast Du doch heute Morgen schon angerufen“, denke ich noch und mein Gefühl täuscht mich nicht. Es ist die Gruppenleiterin der Großen. Sie ist blaß, wollte nicht spielen und nicht essen und klagt über Ohrenschmerzen. Ok, total sch… gelaufen. Ich versuche, irgendjemanden auf der Arbeit zu erreichen um zu sagen, dass ich nicht kommen kann, weil ich mit der Großen nochmals zum Kinderarzt muss. Derweil kippe ich die zweite Tasse Kaffee des Tages weg. Es ist Donnerstag. Nachmittag. Und ich kann mir nur vage ausmalen, wie voll es bei der Ärztin ist.

14:00 Uhr: Nach eine Telefonanruf-Odyssee bin ich endlich am Kindergarten um mein tief schlafendes Kind zu wecken und ins Auto zu verfrachten. Und während die Kleine nölig ist versuche ich, die Kinderärztin zu erreichen. Als ich es geschafft habe, ist es schon deutlich nach zwei. Gegen 15:30 Uhr können wir kommen.

15:30 Uhr: Wir sind wieder bei der Kinderärztin. Die Kinder spielen im Wartezimmer. Währenddessen rufe ich die Logopädin an, um einen Termin zu machen. Alle Logopäden haben wohl viel zu tun und so stimme ich einem regelmäßigen Termin donnerstags um 9:30 Uhr zu.

15:45 Uhr: Die Kinderärztin ist überrascht, dass wir schon wieder da sind, kann aber nix feststellen, außer einem geröteten Ohr. Sie verschreibt uns Levisticum und druckt mir für heute und morgen ein „Kind-krank-Attest“ aus.

15:50 Uhr: Wir sind wieder in der Apotheke und auch die Apothekerinnen wundern sich, haben sie uns doch erst heute Morgen gesehen. Egal, die Große freut es, sie darf sich nämlich zum 2. Mal an diesem Tag ein Spielzeug aus der dortigen Spielzeugkiste aussuchen.

16:15 Uhr: Wir sind wieder zu Hause. Der Mann ruft an, dass er noch einen Termin hat und ich mache mit der Großen aus, dass sie sich noch eine CD lang selbst beschäftigt und danach eine Folge „Bibi & Tina“ gucken darf. Die Kleine und ich schnippeln Pilze fürs Abendessen und stellen den Trockner an. Danach lesen wir zusammen ein Buch und sie sagt „wau“ und „mäh“ bei den entsprechenden Tieren. Wann ist mein kleines Baby nur so groß geworden???

17:00 Uhr: Die CD ist zu Ende. Vom Mann fehlt jede Spur und ich brauche eine Pause. Während die Mädels spielen mache ich den Rechner an, um den Post zu Laraines liebsten Award zu schreiben, als die zwei am Basteltisch von Papa Quatsch machen und sämtliche Figürchen darauf umkippen. Das ist der Zeitpunkt, wo ich heute echt genervt bin und ein ziemliches Donnerwetter loslasse. Ende vom Lied: zwei heulende Kinder und eine Mutter mit schlechtem Gewissen… Während ich die Große tröste heult die Kleine. In dieses Chaos kommt mein Mann nach Hause. Selbst k.o. und nicht gerade begeistert.

18:00 Uhr: Zeit für die Kleine, ins Bett zu gehen und während ich sie wickle, zeigt sie mir ihre Nase, ihr Ohr und ihre Augen. Mein Mutterherz macht einen Satz… Ich bin soooo stolz. Kaum hat sie die Milch in der Hand, ist sie auch schon eingeschlafen. Die Große und ich spielen noch ein Büchereispiel, nebenher isst sie gezwungenermaßen ein Brot und dann ist auch für sie heute Schlafenszeit. Ich bin dran mit Geschichte vorlesen und der Mann macht derweil das Abendessen.

19:15 Uhr: Beide Kinder sind im Bett. Wir essen zu Abend. Vor dem Fernseher. Mit Daniel Craig und Mads Mikkelsen. Nebenher sticke ich ein bisschen. Pünktlich zum Filmende wird das Licht schlecht und ich räume mein Stickzeug weg und nicke ein.

21:00 Uhr: Ich bin müde und während ich mich dazu entschließe, ins Bett überzuwechseln und vorher die Große aufs Klo zu setzen, piepst die Pipi-Maus und eine weinende und nasse Tochter steht in der Tür. Es folgt dieselbe Prozedur wie jeden Tag: Papa macht das Kind sauber, ich hole die frisch gewaschenen Laken und Schlafanzüge aus dem Trockner und gemeinsam ziehen wir die Große an und ich gehe ins Bett.

21:15 Uhr: Ich gucke noch ein bisschen bei Instagram und dann fallen mir um 22:00 Uhr die Augen zu.

Jetzt ist es 6:26 Uhr. Dieser Beitrag geht jetzt zu Frau Brüllen. Und ich lese mich durch die anderen Beiträge, solange hier noch alles still ist….

Eine schöne Woche Euch!

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